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Lebensmittelpreise Kalifornien vs Deutschland – Eine Stichprobe

Eine der ersten Stationen von jedem meiner Besuche in Deutschland, ist der Gang in einen Aldi oder Lidl. Ich staune dann jedesmal wieder über die geringen Preise  und kaufe im Schockzustand so viele Lebensmittel, als würde ich nicht zwei Wochen bleiben, sondern zwei Monate.
Meist konzentriere ich mich auf Produkte die es in den USA nicht wirklich gibt, wie Kindermilchschnitten, Teewurst, Fleischsalat und Laugenbrötchen, aber in meinem jetlag geprägten Kaufrausch fülle ich einfach den Einkaufswagen voll. Ist ja auch viel kleiner der Wagen.

Trotz meiner Maßlosigkeit zahle ich an der Kasse nur etwa die Hälfte oder weniger von dem was ich in Kalifornien hätte ausgeben müssen. Den Kassenbon studiere ich beim Rausgehen meist nochmal ungläubig, da der Kassiervorgang auch wieder ungewohnt schnell ging. Komme mit dem Einpacken kaum hinterher. Keiner fragt wie es mir geht, ob ich alles gefunden habe und ob mir jemand beim Einpacken ins Auto helfen soll. Gut so: In den USA sind die Supermarktkassierer so langsam dass man das Gefühl hat man könnte ihnen beim Kassieren die Fingernägel schneiden. Ich möchte jobtechnisch nicht mit ihnen tauschen, gewöhnt habe ich mich an die Langsamkeit trotzdem auch nach zehn Jahren noch nicht. Gemütlicher ist es zwar, aber ich bringe einfach nicht die notwendige Geduld mit.

Bei meinem letzten Besuch beschloss ich jedenfalls spontan, den Preisunterschied in objektiven Zahlen zu ergründen. Mit meinem Kamera-Smartphone bewaffnet, machte ich Fotos von diversen Produkten von denen ich wusste dass ich sie in gleicher oder ähnlicher Form auch in Kalifornien wieder finden würde.

Die deutschen Preise sind in einem Aldi-Nord Markt in der Nähe von Hamburg entstanden, einige Markenprodukte habe ich auch in einem Edeka in der gleichen Gegend herausgesucht.
Die kalifornischen Preise stammen hauptsächlich aus einem Trader Joe’s in der Nähe von San Francisco, sowie aus einem Target.
Diese Supermärkte sind einigermaßen vergleichbar, da es in dieser Gegend von Kalifornien (leider noch) keinen Aldi gibt, und auch ansonsten keine wirklichen Lebensmittel-Discounter.

Ich selbst gebe im Monat etwa 1.500 USD für Lebensmittel und Haushaltsartikel für eine vierköpfige Familie aus. Zugegebenermaßen verdient man hier auch deutlich mehr als in Deutschland, aber die Kosten sind auch entsprechend hoch. Dabei sind die hohen Lebensmittelpreise allerdings nur ein geringer Teil des Problems.

Aber jetzt mal zum Preisvergleich! Die Preise habe ich im September 2017 dokumentiert, bei einem Wechselkurs von 1 Euro = 1,17 USD.

 

1 Ananas (Costa Rica) = Euro 1.29
1 pineapple = USD 2.99

1000 g Äpfel = Euro 1.59 (908 g wären umgerechnet USD 1.69)
908 g apples = USD 2.99

 

1 Baguette = Euro 0.89
1 baguette = USD 2.49

 

500 g Barilla Nudeln = Euro 1.59 (340 g umgerechnet USD 1.27)
340 g Barilla noodles = USD 0.98

1 Blumenkohl = Euro 1.29
1 cauliflower = USD 1.99

 

750 g Brot = Euro 1.39 (680 g sind umgerechnet 1.47 USD)
680 g Bread = USD 2.99

1 Brötchen = Euro 0.14 (4 buns umgerechnet USD 0.66)
4 buns = USD 2.99

 

250 g Camembert = Euro 1.59 (268 g = USD 1.99)
268 g Camembert = USD 4.71

 

700 ml Rum = Euro 11.99 (750 ml = USD 15.03)
750 ml rum = USD 14.99 + 10% tax

Auf die meisten Produkte wird an der Kasse eine Sales Tax draufgeschlagen. Die ist je nach County und Stadt etwas unterschiedlich, aber momentan relativ genau bei 10% (+/- 1%).
Auf Milchwaren und Obst/Gemüse etc. (“produce”) gibt es keine Sales Tax, auf Alkohol und Cola definitiv schon. Davon abgesehen kann ich es leider nicht genau für jedes Produkt sagen, da die Sales Tax mit ihren Ausnahmen ungefähr genauso kompliziert ist wie das deutsche Pfandsystem.

1500 ml Coke = Euro 1.19 (2000 ml = USD 1.86)
2000 ml Coke = USD 1.25 + 10% tax

75 ml Colgate = Euro 1.69 (75 ml = 98 g = USD 3.45)
170 g Colgate = USD 2.97 + 10% tax

500 g Corn Flakes = Euro 0.99 (340 g = 0.79 USD)
340 g Corn Flakes = USD 2.49

250 ml Duschgel = Euro 1,75 (650 ml = 5.32 USD)
650 ml body wash = USD 5.49 + 10% tax

10 Eier = Euro 1.09 (12 eggs = USD 1.53)
12 eggs = USD 2.99

2500 ml Vanille Eis = Euro 2.29 (1890 ml = USD 2.03)
1890 ml vanilla ice = USD 5.99

 

450 g Fischstäbchen = Euro 1.59
454 g fish nuggets = USD 3.99

Richtige Fischstäbchen kaufe ich meist im Großpack bei Costco, die sind aber unterm Strich auch nicht viel billiger.

 

125 g Forellenfilets = Euro 1.69 (227 g = USD 3.59)
227 g rainbow trout = USD 7.49

70 g Zimt = Euro 0.69
67 g cinnamon spice = USD 3.17

285 g Gouda Käse = Euro 2.79 (190 g = USD 2.18)
190 g gouda cheese = USD 3.36

720 ml Gurken im Glas = Euro 0.89
700 ml dill pickles = USD 2.49

1 Gurke = Euro 0.79
1 english cucumber = USD 2.49

Im lokalen Supermarkt (“Lucky”) gibt es auch Gurken für 0,99 USD, aber die sind deutlich anders als die deutschen Gurken und haben eine sehr dicke, wachsige Haut.

360 g Goldbären = Euro 1.09 (227 g = USD 0.80)
227 g Gold Bears made in US = USD 1.67 + 10% tax

500 g Honig = Euro 2.49
453 g honey = USD 4.99

550 g Hähnchenbrust = Euro 3.29 (716 g = USD 5.00)
716 g chicken breast = USD 7.88

600 g Vanille Joghurt = Euro 0.75 (680 g = USD 0.99)
680 g vanilla yoghurt = USD 2.99

500 g Kaffee = Euro 3.79 (370 g = USD 3.28)
370 g coffee = USD 4.99

2000 g Bio-Kartoffeln = Euro 1.99
1815 g organic potatoes = USD 4.99

Dabei sei noch bemerkt dass die Qualität der US-potatoes (meist aus Idaho) deutlich schlechter ist als die Qualität der deutschen Kartoffeln.

415 g Katzenfutter = Euro 0.49
370 g cat food = USD 1.09

200 g Räucherlachs = Euro 4.29 (113 g = USD 2.84)
113 g smoked salmon = USD 6.49

Der deutsche Räucherlachs ist aus Zuchtlachs, der US-Lachs ist wild gefangen (wenn es denn stimmt…), meistens in Alaska. Einen billigeren Lachs als diesen bei Trader Joe’s findet man i.d.R. trotzdem nicht.

450 g Marmelade = Euro 0.99
496 g jelly = USD 2.99

1000 g Mehl = Euro 0.32 (2270 g = USD 0.85)
2270 g flour = USD 2.99

1000 ml Milch = Euro 0.68
946 ml milk = USD 1.29

500 g Müsli = Euro 1.85
454 g granola = USD 3.99

250 ml Nivea = Euro 2.85 (500 ml = USD 6.67)
500 ml Nivea = USD 5.49 + 10% tax

500 g Spaghetti = Euro 0.39
454 g spaghetti = USD 0.99

750 g Nutella = Euro 3.79
750 g Nutella = USD 6.89

3 Paprika = Euro 1.39 (1 paprika = USD 0.54)
1 paprika = USD 0.99

355 g TK Pizza = Euro 2.49 (440 g = USD 3.61)
440 g frozen pizza = USD 4.99 + 10% tax

250 ml Red Bull = Euro 1.09
240 ml Red Bull = USD 2.12 + 10% tax

1000 g Basmati Reis = Euro 1.99
907 g basmati rice = USD 2.99

125 g Salami = Euro 1.99
142 g salami = USD 2.99

540 g Bratwurst = Euro 2.19 (454 g = USD 2.15)
454 g bratwurst = USD 4.49

200 g Schinken = Euro 1.99 (150g = USD 1.75)
150 g prosciutto = USD 4.99

25 Beutel Pfefferminztee = Euro 0.55 (20 = USD 0.51)
20 bags peppermint tea = USD 1.99

750 g Weissbrot = Euro 0.89
680 g white bread = USD 2.99

650 g Tomaten = Euro 1.89 (567 g = USD 1.93)
567 g tomatoes = USD 1.99

400 g Dosentomaten = Euro 0.39
411 g canned tomatoes = USD 1.49

372 g Wraps = Euro 0.99 (620 g = USD 1.93)
620 g tortillas = USD 1.79

Endlich mal etwas das billiger in den USA ist! Liegt wahrscheinlich an dem hohen Tortilla-Konsum. Bei fast 40% Hispanics in Kalifornien findet man Tortillas in jedem noch so kleinen Supermarkt.

12x Toilettenpapier 3-lagig = Euro 3.29
12x toilet paper rolls 2-ply = USD 11.99 + 10% tax

Die Toilettenpapierpreise hier sind der Wahnsinn. Nur zweilagig und trotzdem mehr als viermal so teuer!

750 ml California Zinfandel = Euro 2.49
750 ml California Zinfandel = USD 2.99 + 10% tax

Den Wein von Kalifornien nach Deutschland transportieren und dann für weniger verkaufen als am Ursprungsort: Priceless!
Natürlich kann man die beiden Sorten nicht direkt miteinander vergleichen, aber vom Charles Shaw kann ich nur sagen dass er das allerletzte Gesöff ist. Schlimmer geht es eigentlich nicht.

1000 g Zucker = Euro 0.69 (1810 g = USD 1.46)
1810 g sugar = USD 2.29

Der Zucker in Deutschland ist meist aus Zuckerrüben, in den USA meist aus Zuckerrohr. Einen Unterschied merkt man allerdings nicht. Ausser am Preis.

750 ml Olivenöl = Euro 3.99 (1000 ml = USD 6.22)
1000 ml olive oil = USD 7.99

Und das war sie auch schon, meine 52-fache Stichprobe. Sicherlich gibt es auch Produkte die billiger sind als in Deutschland, allen voran das bekannte Beispiel Benzin (kostet etwa die Hälfte).
Die eigentlichen Kostentreiber in Kalifornien sind aber vor allem die Mieten bzw. Hauspreise plus die hohen Steuern auf Wohneigentum, und die exorbitanten Kosten für Kinderbetreuung. Wenn man $2.500 im Monat für Kindergärten ausgeben muss, dann kann man sich auch noch den Lachs von Trader Joe’s leisten. Gerade so.

 

 

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